Die Episode behandelt das Thema „Erwartungshaltung“ und wie das bewusste Teilen von Erwartungen im Rahmen von Arbeitsmeetings eine essentielle Rolle spielt, um den Erfolg des Meetings in Bezug auf die der Ergebnisfokussierung sicherzustellen. Häufig gelingt das den Teilnehmenden nicht und das Meeting plätschert vor sich hin. Machen Sie sich selbst ein Bild!
Neulich beim Kunden…
…startete ich einen Entwicklungsworkshop im Kreise eines Teams bestehend aus Führungskräften und Mitarbeitenden, wie i.d.R. immer mit einer agilen Agenda Routine. Zu Beginn dieser Routine ist ein sogenannter Check-In in das Meeting vorgesehen, bei dem die Teilnehmenden nach und nach Ihre Erwartungen an das bevorstehende Meeting kurz darstellen.
Der Check-In dient dem bewussten Lösen von aktuellen anderen Themen und Sachverhalten im laufenden Tagesgeschäft u.a. auf emotionaler Ebene. Das bewusste Ankommen im Team-Meeting ist extrem wichtig und hilft den Teilnehmenden dabei, sich zu fokussieren und ein Gefühl für die Erwartungen der anderen zum Thema X zu erhalten.
Typische Gedankenansätze für den Check-In sind zum Beispiel:
- Wovon muss ich mich gerade noch lösen, um ganz im Meeting anzukommen?
- Was erwarte ich heute im Meeting?
- Was ist für mich heute besonders wichtig?
- Was will ich zum Schluss mitnehmen?
Regeln: Jeder spricht für sich in ICH-Botschaften und keiner unterbricht oder kommentiert beim Reden des anderen.
Die Rede endet mit den Worten „Check-In“.
Der bereits routinierte Kreis der Teilnehmenden war auf einem guten Check-In Weg, bis das erste Mal und in Folge bei dem einen oder anderen Teilnehmenden auch die Worte fielen: „Ich bin mal gespannt was da heute so rauskommt oder ich bin mal gespannt was hier gleich passiert damit wir vorwärtskommen“.
Im Grunde keine schlimme Sache aber „hallo“ – ich bin mal gespannt? Also sind wir doch mal ehrlich – ich sage doch keinen Entwicklungstermin zu, weil das so spannend ist, was da ggf. in irgendeiner Form rauskommt, oder? Dann kann ich ja auch gleich sagen „ist mir doch egal was besprochen wird – vielleicht kommt ja was raus was wir gebrauchen können“. Zumindest ist hier impliziert, das irgendwas rauskommen soll.
Wer wirklich aktiv an einem Entwicklungsmeeting teilnehmen will der sollte aus meiner Sicht auch Vorstellungen davon haben was besprochen, geklärt, hinterfragt, gemeinsam erarbeitet, entschieden, geplant, fokussiert, erläutert, durchdrungen, geprüft, usw. werden muss, damit das Team dem definierten Ziel-Zustand näherkommt.
Und wenn das Ziel nicht allen bekannt ist, ist das ein wichtiger Check-In Punkt, der platziert werden kann, z.B. in der Form. „Mir ist es wichtig, dass die Zielsetzung der Entwicklung im heutigen Meeting konkreter formuliert wird, um…“
Konkret ist das richtige Wort! Und spannend ist nicht konkret, sondern reiner Zufall, dass es zum Schluss wirklich spannend ist. Der Check-In soll eher den Fokus auf Spannungen lenken, die gelöst werden sollen, wie z.B. offene Fragen und Hindernisse.
Aus diesem Grund habe ich den soeben wahrgenommen Check-In reflektiert und bin intensiv, frontal und auffordernd auf das Teilnehmerteam eingegangen klarer, konkreter und wissensbegieriger die Erwartungen miteinander zu teilen. Warum sind Sie heute hier? Was tragen Sie zur Weiterentwicklung bei? Was wollen Sie für sich mitnehmen?
„Aber wenn ich nicht weiß, was mich heute erwartet, wie soll ich denn dann meine Erwartungen schildern?“ war eine Frage aus dem Kreis. „Gute Frage“, antwortet ich spontan „dann ziehen Sie den Joker im Sinne von, ich möchte gerne heute die Erwartungen aus verschiedenen Sichtweisen klären!“ Das ist immer noch besser als nur gespannt zu sein.
Liebe Führungskräfte, sorgen Sie bitte stets in Ihren wertvollen Besprechungszeiten dafür, dass allen eindeutig klar ist was im Meeting erwartet wird. Eine wesentliche Erwartung ist dabei, das jeder seinen Input in den Zielkorridor lenkt, um gemeinsam Hindernisse zu überwinden, offene Fragen zu beantworten und Spannungen oder gar Konflikte abzubauen.
Warum reden wir über Dinge – damit wir unsere Meinungen und Erfahrungen einbringen bzw. anpassen können und mit Hilfe anderer Blickwinkel und Sichtweisen in der Lage sind etwas und vor allem auch an uns zu verändern!
Ein guter Nährboden für Veränderung entsteht vornehmlich dann, wenn uns klar wird, was wir wirklich erwarten, was da sein soll oder geklärt sein soll, was wir wirklich haben wollen. Und wenn uns das so richtig klar ist streben wir auch danach die damit zusammenhängenden Ziele zu erreichen und das Beste von uns einzubringen. Also was erwarten Sie in von Ihrem nächsten Meeting – ganz schön spannend, nicht wahr? 😉

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